Am Maifeiertag wurde der Löschzug Attendorn um 14:53 Uhr zu einem Waldbrand im Bereich der Heldener Straße alarmiert. Mehrere Anrufer schilderten eine starke Rauchentwicklung, welche auch für die Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt sichtbar war.

Bei Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich folgende Lage:
Eine Waldfläche von mehr als 1000 qm stand in Flammen. Durch die anhaltende Trockenheit der vergangenen Tage, sowie Windböen um die 40 km/h konnten sich die Flammen rasant ausbreiten.
Aus diesem Grund wurde das Stichwort auf „Feuer 3 – Wald“ erhöht, was zur Folge hatte das alle Einheiten der Hansestadt Attendorn, sowie zusätzlich weitere Kräfte aus dem gesamten Kreisgebiet alarmiert wurden. Auf einem großen Parkplatz neben einer örtlichen Tankstelle wurde ein großer Bereitstellungsraum eingerichtet.


Die Brandbekämpfung gestaltete sich wegen der Lage schwierig. Das Feuer war an einem Hang ausgebrochen. Die Einsatzkräfte mussten sich erst durch dicht bewachsene Vegetation zum Feuer durchkämpfen. Dazu wurden mehrere hundert Meter an Schlauchleitungen verlegt.
Auch die Wasserversorgung gestaltete sich in der Anfangsphase schwierig. Im Wald sind keine Hydranten, weswegen ein sogenannter Pendelverkehr eingerichtet wurde.


Bei einem Pendelverkehr fahren wasserführende Fahrzeuge in einem Rotationsverfahren zwischen der Brandstelle und einer Entnahmestelle (im konkreten Fall der Fluss Bigge und mehrere Hydranten) hin und her, um die Wasserversorgung sicher zustellen.


Der Ruhrverband erhöhte den Wasserstand der Bigge am Pegel Attendorn von rund 25 cm auf etwa einen Meter, sodass die Feuerwehr große Mengen Wasser aus dem Fluss entnehmen konnte. Hier unterstützte sowohl das THW als auch die DLRG mit Personal und Material.
Frühzeitig wurde durch die Einsatzleitung auch ein Hubschrauber der Landespolizei angefordert, welcher anschließend die Löscharbeiten aus der Luft mit Hilfe eines sogenannten Bambi Bucket (ein Löschbehälter unterhalb des Hubschraubers) unterstützte. Das Wasser bezog die Hubschrauberbesatzung aus dem Biggesee sowie aus eine Mulde, welche durch Tanklöschfahrzeuge immer wieder aufgefüllt wurde. Auch örtliche Landwirte unterstützten die Löschmaßnahmen durch den Transport von Löschwasser.

Eine Drohne verschaffte der Einsatzleitung immer aktuelle Bilder aus der Luft. Durch diese Aufnahmen wurde auch das gesamte Schadensbild zum ersten mal richtig deutlich: 25.000 qm standen zu dem Zeitpunkt bereits in Flammen. Am Ende war eine Fläche von rund 41.000qm betroffen.
Die Einsatzleitung der Attendorner Feuerwehr wurde mehrtägig durch Führungskräfte aus dem ganzen Kreis Olpe unterstützt. Kreisbrandmeister Christoph Lütticke und sein Stellverter Thomas Hengstebeck waren vor Ort. Stv. Kreisbrandmeister Mario Fuhlen unterstüzte den Einsatz mit Personal der Kreisleitstelle im Rahmen der Lagebeobachtung durch die Kreis-Einsatzleitung im rückwärtigen Bereich.


Die Rauchentwicklung war aus dem gesamten Stadtgebiet zu erkennen. Brandrauch und und Brandgeruch legten sich anfangs über weite Teile der Innenstadt. Aus diesem Grund wurde über das Modulare Warnsystem des Bundes vorsorglich eine Warnung der Bevölkerung über WarnApps ausgelöst.
Der Grundschutz wurde die ganze Zeit durch Einsatzkräfte sichergestellt, welche auch mehrere Paralelleinsätze erfolgreich abarbeiten konnten.


Die Verpflegung der Einsatzkräfte erfolgte durch das DRK und die Feldküche der Feuerwehr Attendorn. Da solche Einsatzlagen lang und kräftezehrend sind, wurden in den Abendstunden weitere Einsatzkräfte aus dem Märkischen Kreis und dem Kreis Siegen-Wittgenstein alarmiert. Diese lösten die mittlerweile erschöpften Kräfte für die Nacht ab.
Auch in der Nacht wurde die Brandbekämpfung nonstop durchgeführt und der Pendelverkehr aufrecht gehalten. Um die Löscharbeiten zu unterstützen wurden auch sogenannte Kreisregner aufgestellt (große Rasensprenger), die eine dauerhafte Bewässerung der Schadensfläche gewährleisten.

Gegen 6 Uhr morgens am 2. Mai wurde das Personal noch einmal ausgetauscht. Die Brandbekämpfung konzentriere sich nun gezielt auf versteckte Glutnester. Die mussten Personalintensiv aufgefunden und abgelöscht werden.
Das THW sorgte über die Dauer des Einsatzes für die Versorgung der eingesetzten Geräte mit Kraftstoffen
Wie am Vortag war der Forstmulcher eines privaten Dienstleisters im Einsatz. Während am Vortag mit dem Mulcher um die Brandfläche ein rund fünf Meter breiter Schutzstreifen angelegt wurde, erfolgte am Samstag die Erschließung des Hangs und das Aufbrechen mehrerer Glutnester. Durch die angelegten Gassen des Mulchers war ein Einsatz der Unimog-TLF der Attendorner Feuerwehr auch in der Brandfläche problemlos möglich, sodass Glutnester gezielt mit großen Mengen Wasser nachgelöscht werden konnten.
Gegen 16 Uhr konnten die Maßnahmen zurückgefahren werden. Es erfolgten mehrere Brandnachschauen mittels einer Drohne mit Wärmebildkamera, bei der weitere kleine versteckte Glutnester entdeckt und umgehend abgelöscht wurden.

Für die Wasserentnahme und den Pendelverkehr wurde insbesondere die L 697 und der Verbindungsweg von der L 697 nach Berlinghausen für den Individualverkehr für längere Zeit gesperrt. Während den Einsatzkräften überwiegend eine große Dankbarkeit aus der Bevölkerung entgegengebracht wurde und einige Bürger die vor Ort den Einsatzkräften mit Eis-Spenden oder auf anderem Wege ihren Dank aussprachen gab es insbesondere für die teils rigorose Umsetzung der Straßensperrungen auch einige Kritik. Diese werden wir im Rahmen der Einsatznachbereitung aufgreifen und bewerten.

Bei der letzten Brandnachschau am Abend des 3. Mai konnten keine weiteren Glutnester entdeckt werden. Schließlich erfolgte die Meldung „Feuer Aus!“.
Der Rückbau der Einsatzstelle erfolgte schließlich am 4. Mai. Der Einsatz konnte damit nach vier Tagen endgültig abgeschlossen werden.


Damit hatte die Feuerwehr der Hansestadt Attendorn einen ihrer größten Einsätze in den letzten Jahren erfolgreich beendet.
Beim Abbau verschafften sich der für die Feuerwehr zuständige Dezernent und der Attendorner Bürgermeister Christian Pospischil erneut einen Überblick über die Situation vor Ort und sprachen im Anschluss den Einsatzkräften bei einem kleinen Imbiss persönlich ihren Dank aus.

Zwei Einsatzkräfte wurden im Rahmen des Einsatzes verletzt. Eine Feuerwehrfrau des der Feuerwehr Finnentrop stürzte auf dem Weg zum Feuerwehrhaus. Da der Verdacht einer schweren Kopfverletzung bestand, wurde sie nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst mit einem Rettungshubschrauber einer Spezialklinik im Ruhrgebiet zugeführt. Ein Attendorner Feuerwehrmann wurde durch Rauchgase verletzt und verbrachte eine Nacht zur Kontrolle im Krankenhaus. Am Samstag kam die erlösende Nachricht: beiden gehe es gut, beide konnten noch am Wochenende aus den Krankenhäusern entlassen werden.


Das alles funktioniert nur in Teamarbeit! Deshalb bedanken wir uns bei allen Einsatzkräften für die großartige und problemlose Zusammenarbeit.

Im Einsatz befanden sich:

Feuerwehr Attendorn
Feuerwehr Bad Berleburg
Feuerwehr Burbach
Feuerwehr Drolshagen
Feuerwehr Finnentrop
Feuerwehr Hilchenbach
Feuerwehr Kirchhundem
Feuerwehr Kreuztal
Feuerwehr Lennestadt
Feuerwehr Meinerzhagen
Feuerwehr Netphen
Feuerwehr Olpe
Feuerwehr Siegen
Feuerwehr Wenden
DRK Attendorn
DRK Drolshagen
MHD Olpe
THW Attendorn
THW Olpe
DLRG Attendorn
DLRG Welschen-Ennest
Kreispolizeibehörde Olpe
Polizeifliegerstaffel NRW
Stadt Attendorn, Baubetriebshof
Stadt Attendorn, Ordnungsamt
Kreis Olpe, Kreisbrandmeister
Kreis Olpe, Rettungsdienst
Kreis Olpe, Kreisleitstelle
Kreis Olpe, Einsatzleitung
Kreis Olpe, Brand- und Bevölkerungsschutz
Kreis Olpe, IuK Einheit
Bezirksregierung Arnsberg
Landesbetrieb Wald- und Holz NRW
Ruhrverband Essen
Energieversorger, Bigge-Energie
Energieversorger, Kreiswerke Olpe
Private Dienstleister
Örtliche Landwirte